Nach einem entspannten Schlaftag geht’s mir schon ein bisschen besser und wir gehen in ein typisch afrikanisches Restaurant.
Super schönes Ambiente – überall tolle Bilder an der Wand und nettes Personal.
Die Speisekarte ist verrückt – Schafshirn, Krokodil, Strauß, Kudo etc etc.
Wär eigentlich schon spannend, das mal zu probieren! Aber ich bin momentan leider vegetarisch unterwegs, deswegen gibts für mich gefüllte Paprika und Nudeln. Auch sehr lecker – aber nicht so außergewöhnlich.
Ich genieß es total, mich mit den Leuten zu unterhalten, merke aber, dass ich echt noch krank bin. Ich bin super müde und kaputt.
Während des Essens fängt eine afrikanische Band an zu spielen – es ist total schön zuzuhören, aber das Unterhalten wird irgendwann ein bisschen schwierig.
Hinter uns sitzt eine große Gruppe an Senioren, die irgendwann aufsteht und anfängt, zur Musik zu tanzen. Also beschließen wir, dabei einzusteigen und es macht unfassbar viel Spaß. Einfach ein bisschen die Musik durch den Körper fließen lassen und alles andere ausblenden. Ich fühl mich Mal wieder super frei und genieß die Lebensenergie hier.
Leon – einer der Volunteers – will sich schon wieder hinsetzen, aber ich halte ihn auf, schnapp ihn mir und wir machen ein bisschen Paartanz. Hab noch nie jemanden mit so wenig Rhythmusgefühl getroffen, aber es macht trotzdem Spaß und er gibt sein bestes haha.
Uff schon wieder merk ich aber, dass ich ziemlich angeschlagen bin – von den paar Tranzschrittchen bin ich unfassbar außer Atem.
Dann geht’s auch bald nach Hause und ich geh früh ins Bett.
Die Nacht ist nicht so toll – Kopfschmerzen, ne verstopfte Nase und Halsweh.
Das erste Mal hier, dass es mich stört, dass ich zwei Mitbewohnerinnen habe. Ich will nicht alle 5 Minuten ein Trompetenkonzert im Zimmer veranstalten und die beiden wecken. Gleichzeitig krieg ich keine Luft, weil meine Nase zu ist und mein Kopf dröhnt. Deswegen überleg ich sogar, ob ich raus auf die Couch umziehe – entscheide mich dann aber dagegen… Jedenfalls wird nicht so viel geschlafen und ich entscheide mich, morgens wieder nicht in die Arbeit zu gehen. Ich schlaf nochmal zwei Stunden und dann geht’s mir auch schon besser.
Mittags fahre ich tatsächlich kurz an den Strand – das Meer ist eigentlich eine ganz gute Nasenspülung. Und ich setz mich mit Leon – der auch total erkältet ist – in den Schatten auf einen Felsen, dass wirs nicht noch schlimmer machen mit der Sonne.

Ich genieß das Wasser mal wieder total – die Wellen sind auch echt groß, macht total Spaß, sich da reinzuwerfen. Ich bin auch recht weit draußen und die anderen winken mir, dass ich ein bisschen weiter reinkommen soll. Ich streck den Daumen hoch und wink zurück und mach mich zurück auf den Weg Richtung Strand – seelenruhig lass ich mich von den Wellen tragen, so wie Mama und Papa mir das eben beigebracht haben. Es gibt auch keine Strömung, die mich nach draußen zieht oder Wellen die mich nach unten drücken – eigentlich aus meiner Sicht ein ganz normales Schwimmen im tollen blauen Ozean.
Auf einmal kommt ein Mann hektisch angeschwommen, packt mich im Rettungsschwimmer-Griff und schwimmt kräftig gegen die Wellen Richtung Strand. Er ist total in seinem Element und gibt alles. Ich schaffs in der Hektik nicht, ihm mitzuteilen, dass es mir eigentlich gut geht. Ich versteh auch gar nicht so richtig, was hier passiert. Aber wir schaffen es gemeinsam an den Strand und ich bedanke mich einfach nur herzlich bei ihm.
Beim zweiten Nachdenken fällt mir auf, dass das Zurückwinken zu meinen Leuten einfach blauäugig, wahnsinnig dumm und undurchdacht war… Er hat das wohl für einen Hilferuf gehalten (da ich ja auch recht weit draußen war) und alles gegeben, um mir zu helfen.
Das ist mir super peinlich… aber jetzt hab ich auf jeden Fall wieder was dazugelernt. Und gleichzeitig ist es auch wunderschön zu sehen, dass es noch Menschen auf dieser Welt gibt, die auf andere achten und aufmerksam durchs Leben gehen.
Ich erzähl ihm auch nicht, dass es ein Missverständnis war, sondern bedanke mich eben einfach für seinen tollen Einsatz.
So hat er vielleicht auch eine Heldengeschichte zu erzählen. Jemanden zu retten ist bestimmt ein belebendes Gefühl, was ich ihm bei seinem unfassbaren Einsatz nicht nehmen will. Das hat er sich definitiv verdient.
Danach wird noch ein bisschen gehäkelt und dann geht’s auch schon ab nach Hause.
Die Uber Fahrt ist schrecklich – so viel Verkehr, ich bin wahnsinnig müde und es ist heiß.
Die Schule hat hier grad wieder angefangen und die Studenten kehren auch gerade zurück, deswegen wimmelt es überall nur noch von Autos… Nervig, aber so ist es eben jetzt in Kapstadt.
Deswegen brauchen wir lange zurück. Zuhause angekommen werden nur noch Einkäufe bestellt, ein bisschen gequatscht und jetzt geht es auch bald ins Bett. Hoffentlich bin ich morgen wieder ganz fit.
Bussi Bussis,
~Maite